Deutschland steht im Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft 2016

Das ist Anlass genug, um sich die Neuerscheinungen für Kinder zum Thema Fußball anzusehen. Begeistert Fußball spielen und Bücher lesen müssen sich nicht unbedingt gegenseitig ausschließen. Eine spannende Fußball-Geschichte kann den Spaß am Lesen auch bei jungen Sportlern oder Sportbegeisterten wecken. Berühmte deutsche Fußballprofis – Philipp Lahm und Jens Lehmann – engagieren sich als Lesebotschafter für die Stiftung Lesen und die DFL Deutsche Fußball Liga ist Projektpartner der Stiftung Lesen. Lahm gründete 2007 eine Stiftung für Sport und Bildung, mit der benachteiligte Kinder und Jugendliche gefördert werden.
Michael Horeni, Sportredakteur der FAZ, hat nach ausführlichen Recherchen 2012 das Buch „Die Brüder Boateng“ geschrieben, indem es um mehr als Fußball geht. „Es geht um Väter und Söhne, um den abwesenden Vater, den afrikanischen Vater und deutschen Rassismus. Es geht um Schule und Ausbildung, um Familie und Vernachlässigung, um Lehrer und Trainer, um männliche Bezugspersonen. Es geht um Ehrgeiz und den Willen zum Erfolg, ums Kämpfen und Aufgeben, ums Hinfallen und Wiederaufstehen und um ein berühmtes Foul.“ (www.klett-cotta.de)
Nun hat Horeni im Mai einen Roman für Jugendliche ab 12 Jahren mit dem Titel „Asphaltfieber“ veröffentlicht, der sich an seine Biographie der Boateng-Brüder anlehnt.
„Vor allem Jungs lesen ja oft nicht viel, gegenüber Mädchen haben sie im Alter von 15 Jahren mitunter ein Jahr Rückstand in der Lesefähigkeit. Ich wünsche mir, durch so ein Jugendbuch – das über Fußball auch von all den Konflikten, Ängsten, Nöten und den herrlichen Seiten des Großwerdens in einer Großstadt erzählt – vor allem die Jungs auch fürs Lesen zu gewinnen“, sagt Horeni in einem Interview. (www.luebbe.de) Und das könnte ihm gelingen, denn sein Buch ist unterhaltsam, trifft die Sprache der Jugendlichen und liest sich leicht, ohne die Probleme der jungen Fußballer zu verharmlosen.

 

Unsere Buchempfehlungen zum Thema

 

Michael Horeni: Asphaltfieber

U1-Horeni-Asphaltfieber-FIN.inddSammy, weiß, ein Underdog aus Neukölln in Berlin mit einer ewig betrunkenen Mutter, und Dani, schwarz, ein behüteter Junge aus einem wohlhabenden Elternhaus, den dumme Sprüche über gelungene Integration aufregen, denn er ist in Berlin geboren, können unterschiedlicher nicht sein. Und doch haben sie eine gemeinsame Leidenschaft, den Käfig-Fußball. Käfige nennt man in Berlin drahtumzäunte Bolzplätze. Sie werden Partner und Freunde in einer Mannschaft von Käfig-Fußballern und wollen in einem Käfig-Cup dem Jugendtrainer von Hertha zeigen, wie gut sie sind. Der Weg nach oben hält jedoch viele Fallstricke des realen Lebens bereit. Zur heutigen Lebenswirklichkeit vieler Jugendlicher gehören nach Horeni:“Armut, Vernachlässigung, Vertrauen, Freundschaft, Alkohol, Kriminalität, Chancenlosigkeit, Träume.“ Auch wenn sich manches Klischee nicht vermeiden lässt, bietet die Story reichlich Stoff für Diskussionen.
Und außerdem: Einen besseren Kommentar auf AfD-Vize Gaulands rassistischen Spruch über Jérôme Boateng als diesen Roman gibt es wohl nicht.
„Dieses Buch ist für alle, die an ihren Traum glauben!“ (Jérôme Boateng)

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